25. April 2016

42. Jahrestag der Nelkenrevolution in Portugal im Jahre 1974
Dienstag, 26 April 2016 | Politik

Am vergangenen Montag, den 25. April 2016, hat das politische Portugal in der Hauptstadt Lissabon den 42. Jahrestag der sog. Nelkenrevolution (Revolução dos Cravos) von 1974 begangen. Mit einer Nelke, dem Symbol dieser friedlichen Revolution, die das Ende der Diktatur in Portugal einleitete, in der Hand sprach der neue Präsident Marcelo Rebelo de Sousa erstmals vor dem

Am 25. April 1974 begann in Lissabon der Aufstand großer Teile der portugiesischen Armee gegen die autokratische Regierung. 1926 hatte sich eine Militärjunta an die Macht geputscht, die 1932 durch ein Einparteiensystem, den Estado Novo unter Salazar abgelöst worden war. 1968 war Marcelo Caetano zu seinem Nachfolger ernannt worden, der ebenfalls mit diktatorischen Vollmachten regierte und die Kolonialpolitik von Salazar fortsetzte, die ab 1961 in verlustreiche kriegerische Auseinandersetzungen mit den afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen in Mosambik und Angola führte.

Auslöser der Revolution war dann die Analyse von General Spinola im Februar 1974, dass der Kolonialkrieg, der erhebliche Teile des portugiesischen Staatshaushalts verschlang und zu viele Menschenleben kostete, militärisch nicht zu gewinnen sei. Viele Offiziere unterer Einheiten schlossen sich daraufhin der sog. Bewegung der Streitkräfte (Movimento das Forças Armadas, MFA) an. In den frühen Morgenstunden des 25. April ertönte in einem Radiosender das Lied „Grândola, Vila Morena“ als Signal für den Aufstand, und in weniger als 24 Stunden war die älteste Diktatur Westeuropas Vergangenheit. Zu beklagen waren lediglich 4 Todesopfer durch Schüsse regierungstreuer Soldaten. Die rote Nelke, die viele der aufständischen Soldaten am Revers trugen und in die Gewehrläufe gesteckt hatten wurde zum namengebenden Symbol dieses friedlichen Umsturzes.

Mit den Unabhängigkeitsbewegungen in Afrika wurden umgehend Vereinbarungen über einen Waffenstillstand geschlossen, als erste Kolonie erlangte Guinea-Bissau noch im gleichen Jahr die Unabhängigkeit, die übrigen Kolonien Angola, Mosambik, São Tomé, Principe und Cabo Verde folgten in 1975. Der Friedensvertrag mit Angola wurde am 15. Januar 1975 im Hotel Penina bei Alvor unterzeichnet.

Obwohl es vermutlich in jeder portugiesischen Stadt eine Rua 25 do Abril gibt, scheint dieser Tag im öffentlichen Bewusstsein Portugals nach über 40 Jahren keine große Rolle mehr zu spielen. Lediglich in unserer Gemeine Santa Bárbara de Nexe im Kreis Faro mit einer starken kommunistischen Tradition konnten wir kleinere Feierlichkeiten währen des ganzen Tages beobachten.

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